Akademie der Künste


Akademie der Künste
Akademie der Künste,
 
gegründet 1696 in Berlin von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg als »Mahl- Bild- und Baukunst-Academie« (seit 1704 Königlich Preussische Akademie der Künste und Mechanischen Wissenschaften, seit 1809 Königliche und seit 1918 Preußische Akademie der Künste). In der Zeit des Absolutismus entsprach sie der Idee der höfischen Zentralisierung der Künste und sollte der barocken Prachtentfaltung sowie dem Ausbau der Residenz Berlin dienen. 1790 wurde der Akademie eine architektonische Schule angegliedert, die in der 1799 gegründeten Bauakademie aufging. 1833 erfolgte die Gründung der Sektion Musik. Die Funktion der Ausbildung ging im Laufe der Zeit an die Vorgänger der heutigen Hochschule der Künste über. Unter der Präsidentschaft M. Liebermanns (1920-32) bildete die Preußische Akademie der Künste das kulturelle Forum der Weimarer Republik. 1926 Gründung der Sektion für Dichtkunst. Nach 1933 setzten Vertreibungen und Ausschlüsse von Mitgliedern (u. a. H. Mann, K. Kollwitz) im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik ein. Die Arbeit der Akademie kam zum Erliegen und die Institution verlor ihre Bedeutung. Ein Neubeginn erfolgte 1950 in Berlin (Ost) mit der Gründung der Deutschen Akademie der Künste (1974-90 Akademie der Künste der DDR) mit den Sektionen Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Sprachpflege, Musik. Sie betrachtete sich als Rechtsnachfolgerin der Preußischen Akademie der Künste. Als Reaktion auf die deutsche Teilung wurde 1954 im Westen Berlins - ebenfalls im Anspruch auf die Fortsetzung der Tradition der preußischen Vorgängerin - eine Akademie der Künste gegründet (Abteilungen: Bildende Kunst, Baukunst, Musik, Literatur, Darstellende Kunst, seit 1984: Film- und Medienkunst). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und einer komplizierten Phase der Neuorientierung der ehemaligen A. d. K. der DDR (1990-91 Akademie der Künste (Ost), seit 1991 Akademie der Künste zu Berlin) befanden sich beide Institutionen in einem Diskussionsprozess über künftige Aufgaben und Organisationsformen. Die West-Akademie votierte im Februar 1992 trotz deutlicher Gegenpositionen mehrheitlich für ein Zusammengehen beider Einrichtungen und für die Übernahme der nach mehreren Wahlverfahren noch verbliebenen 69 Mitglieder der ehemaligen Akademie der Künste der DDR. Der Staatsvertrag über eine von den Ländern Berlin und Brandenburg getragene A. d. K. trat am 1. 10. 1993 in Kraft. Aufgabe der Akademie, die sich aus den Abteilungen Bildende Kunst, Architektur, Musik, Literatur, Darstellende Kunst, Film- und Medienkunst zusammensetzt, ist die Förderung der Künste und die Beratung der Öffentlichkeit in allen Angelegenheiten der Kunst und der Pflege des kulturellen Erbes. Die Stiftung Archiv der Akademie der Künste ist das bedeutendste interdisziplinäre Archiv zur Kunst des 20. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Sammlungsschwerpunkte sind neben der Geschichte der Berliner Kunstakademien v. a. die künstlerischen Nachlässe von Emigranten während der Zeit des Nationalsozialismus.

Universal-Lexikon. 2012.

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